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TSV Neuhof feiert 50-jähriges Jubiläum

Wenn der TSV Neuhof am 11. und 12. August sein 50-jähriges Bestehen feiert, werden sich zahlreiche Mitglieder an die Vereinsgründung erinnern. Man schrieb den 27. Januar 1968, als sich 56 Sportinteressierte im künftigen Vereinslokal "Vogl" einfanden, um erneut einen Sportverein zu gründen. Bereits seit mindestens 1921 hatte es in Neuhof sportliche Aktivitäten unter einem Vereinsdach gegeben, jedoch hatten diese Tätigkeiten 1968 seit zehn Jahren geruht. Von einer Wiederbelebung des alten Vereins sahen die Initiatoren auf Anraten des Landkreises ab. Dringend benötigte finanzielle Zuschüsse zur Neugründung wären dann verschenkt worden. So erfolgte ein klarer Schnitt, der den Verein in der Anfangsphase auf gesündere Beine stellte. Nach einer 3 3/4-Stunden-Sitzung war die Aufgabenverteilung im neuen Verein beschlossen: 1. Vorsitzender war Günther Gnauck, Stellvertreter Herbert Matthies, Schriftführer und Kassenwart Werner Knackstedt, Sportwart Friedrich Oberbeck, Jugendleiter Adolf Langemann, Jugendleiterin und Frauenwartin Christa Heineke, Pressewart Günter Maibaum, Gerätewart Herbert Gelfort, Ehrenrat Otto Oberbeck, Karl Matthies, Karl Müller und Friedrich Müller, Spartenleiter Fußball Dirk Knackstedt, Spartenleiter Turnen und Leichtathletik Friedrich Oberbeck, Übungsleiter Knaben Adolf Langemann und Günter Maibaum, Übungsleiterin Mädchen Regina Langemann, Übungsleiter Männer Friedrich Oberbeck, Übungsleiterinnen Frauen Christa Heineke und Helga Maibaum, Trainer Fußball Herren Dirk Knackstedt, Knaben Günter Maibaum. Die Vereinsbeiträge wurden auf 1,20 DM pro Jahr für Kinder, 3,-- DM für Jugendliche und 6,-- DM für Erwachsene festgelegt. Dank der Haustürwerbung durch Günter Maibaum und Dieter Ulrich konnte der Verein bereits beim Neustart 131 Mitglieder verzeichnen. Weil der Saal des Vereinslokals für eine Nutzung erst in Eigenleistung hergerichtet werden musste, fanden alle Turnstunden zunächst in der 1. Klasse der Dorfschule statt. Doch bereits neun Monate später feierten alle Beteiligten die Einweihung der Turnhalle. Der alte Bestand an Turngeräten wurde ergänzt, die Mitgliederzahl stieg innerhalb eines Jahres auf 214. Getragen von der guten Stimmung der Wirtschaftswunderjahre, geprägt von entbehrungsreichen Zeiten schafften es die Gründer mit äußerster Sparsamkeit, persönlichem Einsatz und Ideenreichtum den Verein nach vorn zu bringen. Die ersten Vereinsmeiserschaften fanden statt, die nahezu 50 Jahre lang jeden Sommer dazugehörten. Auch die Teilnahme an den Adenstedter Bergturnfesten gehörte mit bis zu 50 Leichtathleten zum festen Jahresablauf. Gymnastikvergleichskämpfe mit Lamspringe und Adenstedt motivierten die Damen, "Schauturnen" die Kinder. Zuckerstück des Vereins und lange Zeit dominierend war die Sparte "Fußball". Schon im ersten Jahr konnten vier Mannschaften gemeldet werden, ein Jahr später gelang der Aufstieg in die zweite Kreisklasse. Das einwöchige Neuhöfer Pokalturnier wurde 1970 erstmals veranstaltet und erfreute sich Dank bester Organisation in der Region größter Beliebtheit und war jahrelang wichtigste Einnahmequelle. Anfang der Siebziger verkaufte Erich Sander den Sportplatz an die Gemeinde. Um an der Straße wegen des Zuschauermagnetes Fußball Platz für Parkplätze zu schaffen, musste das Spielfeld zunächst nach hinten verschoben werden. Speziell dafür wurde ein Zweig der Lamme unterirdisch durch Röhren geleitet. Viel Fortschritt also - dennoch zogen Wolken auf. Unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Vorstands über die Kassenführung brachten den jungen Verein ernsthaft ins Wanken und mündeten im Rücktritt des Kassierers und Schriftführers. Etwa zeitgleich wurde eine Damenhandballmannschaft eingeführt, die schon im ersten Jahr einen 3. Platz in der Punktspielserie erringen konnte. Fußballerisch ging es mit fünf gemeldeten Mannschaften weiter aufwärts. Die Sportfeste wurden zu Events mit zahlreichen Teilnehmern, Tanzvorführungen, Spaßeinlagen, Zuschauern zuhauf und Bewirtung am selbst gebauten Pavillon. Viele Mitglieder erinnern aus dieser Zeit eine Anekdote während des Deutschen Turnfestes in Hannover. Nur als Besucher anwesend, standen sie in ihren Vereinsjacken an der Straße, als die Durchsage ertönte: "Die Herrschaften in den grünen Jacken bitte einreihen!". Spontan kamen sie der Aufforderung nach und nahmen ungeladen am großen Umzug teil - frei nach dem Motto "Dabei sein ist alles!" Es war die Zeit der großen Jubiläumsfeste mit ihren Umzügen, in denen der Verein sich gern präsentierte. Ende der siebziger Jahre stiegen die Fußballer in die erste Kreisklasse auf - und siegten. Inzwischen waren alle Übungsstunden in die neue Turnhalle der Grundschule verlegt worden, der Saal in Neuhof war verkauft worden. Das nächste Jahrzehnt begann mit reichlich Arbeit. In 2030 Arbeitsstunden bauten bis zu 15 Männer ein Wohn- und Stallgebäude zum Vereinsheim um. Mitte der achtziger Jahre zeigten sich Risse im Fußballleben. Die Jugendmannschaften konnten nicht mehr eigenständig spielen und schlossen sich zu Spielgemeinschaften zusammen. Der Trend setzte sich bei den Herren fort, bis kein eigenständiger Fußballbetrieb mehr möglich war. Derzeit spielen noch acht Jugendliche in verschiedenen Vereinen. Auch das Kinderturnen und die Handballsparte wurden eingestellt. Neue Gruppen wie die Wandergruppe, Tischtennisgruppe, Damen- bzw. Herrenseniorengruppe, Walkinggruppen und Tanzgruppen taten sich auf, verschwanden oder etablierten sich. Glanzlicht in der jüngeren Vereinsgeschichte war der Bau der Wanderschutzhütte anno 1999. Heutiges sportliches Aushängeschild ist die Leichtathletiksparte, aber auch die Damenseniorengruppe erfreut sich großen Zulaufs. Einmal im Jahr ist Leben auf dem Sportplatz, wenn etwa 80 Kinder drei Tage lang am Fußballcamp teilnehmen. Letztlich ist die Vereinsgeschichte eine Erfolgsgeschichte, die zu einem guten Stück den Vorständen zu verdanken ist. Deren Vorsitzende waren von 1968 bis 1986 Günther Gnauck, von 1986 bis 2000 Rolf Sandvoß, von 2000 bis 2012 Günter Maibaum und seit 2012 Uwe Sydow. Darüber hinaus befassen sich permanent unzählige Hände und Köpfe mit dem Erhalt des Vereins, ohne deren ehrenamtliche Arbeit vieles zum Erliegen käme. Gerade deshalb freut sich der heutige Vorstand auf zwei Tage zünftiges Feiern mit denen, die den Verein unterstützen oder einfach dabei sein wollen. Bei der intensiven Organisation sollte einem gelungenen Fest nichts im Wege stehen und vielleicht, so Vorsitzender Uwe Sydow, "wird dieses Fest ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte!"
Bildunterschrift: Gymnastikdamen (Foto Privatbesitz Siedentopf): Aufstellung nach geglückter Tanzvorführung unter der Leitung von Christa Heineke in selbst genähten Kostümen beim Zeltfest 1969.

20.07.2018 
Quelle: Martina Möhle