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Überlandwerk räumt Verbesserungsbedarf bei Information der Bürger ein

Dienstag, den 26.09.2017 im Lutherhaus Lamspringe

Engagiert, aber durchweg auf sachlicher Ebene konfrontierten knapp drei Dutzend Lamspringer Bürger die Vertreter des Überlandwerks (ÜWL) Gronau mit ihren kritischen Fragen zur aufgetretenen Trinkwasserverunreinigung im letzten Monat. Eingeladen zu der Informationsveranstaltung im Martin-Luther-Haus hatte Bürgermeister Andreas Humbert.

Sebastian Brandes, stellvertretender Technischer Leiter des ÜWL, wies darauf hin, dass der anzuwendende Probeentnahmeplan mit dem Gesundheitsamt des Landkreises abgestimmt sei. Danach seien quartalsmäßige mikrobiologische Beprobungen des Auslaufs der Hochbehälter Hopfenberg und Irmenseul sowie der Brunnen Neuhof und Irmenseul vorgesehen. Außerdem gebe es einmal im Vierteljahr „eine rollierende mikrobiologische Beprobung an vier Stellen im Netz“. Das ÜWL habe, nachdem es über die ersten Fälle von Durchfallerkrankungen informiert worden sei, umgehend reagiert. Mit dem Gesundheitsamt sei ein Abkochgebot für die betroffenen Ortsteile beschlossen und gleichzeitig über 200 Handzettel sowie Meldungen an die Tageszeitungen die Öffentlichkeit informiert worden. Auch auf den Internetseiten des ÜWL und der Gemeinde Lamspringe sei auf die vermutete Trinkwasserverunreinigung hingewiesen worden.
„Zeitungen und die wenigen Handzettel reichen nicht aus“, meinte eine Teilnehmerin dazu und stellte die Frage, ob nicht Lautsprecherdurchsagen mit einem fahrenden Wagen sinnvoller gewesen wären. Zahlreiche Krankheitsfälle, teilweise mit Aufenthalten in Krankenhäusern, hätten vermieden oder zumindest vermindert werden können, wenn der Informationsfluss besser gelaufen wäre, kommentierte ein weiterer Teilnehmer, der selbst betroffen war. Ebenso wie Lamspringes Hauptamtsleiterin Marion Schnelle sah auch ÜWL-Geschäftsführer Markus Königshofen noch Verbesserungsbedarf („auch bei der Hotline“), wenn es um die schnelle Information der Bevölkerung geht. Bei den aktuellen Fällen im Leinebergland habe man aus den Lamspringer Erfahrungen gelernt und zum Beispiel für die Verteilung mehrerer tausend Handzettel die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren gewinnen können.
Auf Nachfrage erklärte Königshofen, dass zurzeit das Trinkwasser noch häufiger als vierteljährlich geprüft werde. Das Leitungswasser könne man inzwischen wieder unbedenklich trinken. Abgeschaltet bliebe aber bis auf weiteres der Brunnen Neuhof. Eine Überprüfung habe noch keine aussagekräftigen Ergebnisse erbracht. Wenn diese vorliegen, entscheidet die Gemeinde über eine weitere Nutzung des Brunnens. Sollte diese nicht möglich sein, hätte das laut Bürgermeister Andreas Humbert Auswirkungen auf den Wasserpreis, da der Brunnen in Neuhof der Gemeinde gehöre und man die bisher benötigte Menge dann dazukaufen müsse.
Eine Zuhörerin bekam viel Zustimmung, als sie dazu feststellte: „Wir wollen Wasser nicht umsonst aus der Leitung, aber hygienisch einwandfrei.“

 

28.09.2017 
Quelle: Achim Neubert